Der Traum ihres Lebens

Der Traum ihres LebensDer Traum ihres Lebens – Maria Ganz

Sie kämpfte um ihr Geschäft und fand ihre große Liebe

Durch eine kleine Erbschaft kann sich Juliane einen großen Traum erfüllen: Sie kündigt bei ihrem Arbeitgeber und richtet sich mit Hilfe ihrer Freundin Andrea einen kleinen Laden in Freiburg ein. In der dazugehörenden Küche fertigt sie Pralinen, Schokoladenträume, eingelegte Früchte und viele süße Köstlichkeiten mehr.

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Nach der anfänglichen Begeisterung wird Juliane jedoch schnell auf den Boden der Realität zurückgeholt, denn bald türmen sich verschiedene Probleme wie mangelnder Kundenzuspruch, Ängste und Geldnot vor ihr auf. Auch von ihrem Freund Bodo, der ihr keinen beruflichen Erfolg zutraut, erfährt sie keinerlei Unterstützung. In ihrem Übereifer erleidet sie eines Nachts einen Zusammenbruch, sodass Andrea einschreiten muss. Sie hilft Juliane mit neuen Ideen und sucht zusätzliches Personal. Doch Juliane bekommt ihre Probleme nur scheinbar in den Griff und ahnt nicht, dass es natürlich nicht alles war, das sich ihr in den Weg stellt.

Denn dann eröffnet unweit von Julianes Laden der gutaussehende David Erlenwein eine neue Filiale seiner Kaffeehaus-Kette …

Leseprobe

Am nächsten Vormittag würde eine neue Lieferung mit Schokolade, Kakao und vielem mehr kommen. Der Fahrer pflegte bei so kleinen Kunden, wie sie es war, den Rechnungsbetrag gleich abzukassieren, und noch hatte sie die erforderliche Summe nicht beisammen. Sie wartete Evas Antwort gar nicht erst ab und drehte den Schlüssel der Kasse, um einen Zwischenbericht anzufordern. Den Schreck, den die Zahlen in ihr auslösten, ließ sie sich nicht anmerken. Gerade mal dreiundvierzig Euro Umsatz für einen halben Vormittag, wie schrecklich, dachte sie und wurde etwas blass um die Nase.

Die Ladentür öffnete sich und ein großer, stattlicher Mann betrat das Geschäft. Er grüßte nicht, sondern steuerte direkt auf die Regale zu. Eine Produktsorte nach der anderen nahm er in die Hand, als ob er sie gründlich prüfen wollte. Dann machte er sich am Wein zu schaffen und zum Schluss betrachtete er ausgiebig die offene Ware im Kühltresen.

„Kann ich Ihnen behilflich sein?“, fragte Juliane, der die Sache etwas merkwürdig vorkam. Ob der Mann von der Lebensmittelüberwachung war? So genau nahm normalerweise kein Kunde die Ware in Augenschein. Unruhig beobachtete sie ihn aus den Augenwinkeln.

„Nein, danke. Ich wollte mich nur etwas umsehen“, antwortete er knapp und auch etwas unfreundlich.

Julianes Widerwillen steigerte sich von Sekunde zu Sekunde.

„Stellen Sie selbst her oder beschäftigen Sie Konditoren?“, wollte er plötzlich wie ganz nebenbei wissen.

„Ich erarbeite meine Rezepte selbst und stelle die Produkte zusammen mit meinen Mitarbeiterinnen in Handarbeit her. Wir benötigen weder Konditoren noch große Maschinen“, erklärte sie. Irgendetwas stimmte hier nicht, dessen war sie sich nun sicher.

„Lohnt sich das denn, die kleinen Mengen in Handarbeit herzustellen?“, fragte er weiter. „Das geht doch heutzutage gar nicht mehr“, fügte er gleich mit einem Kopfschütteln hinzu.

„So weit sind wir noch nicht, dass Sie sich meinen Kopf zerbrechen müssen“, fertigte sie ihn etwas unsanft ab.

„Aber Ihre Produkte finde ich faszinierend. Würden Sie mir, einem Hobbybäcker, einige Ihrer tollen Rezepte verraten?“

„Bitte verlassen Sie mein Geschäft, wenn Sie sich nicht wie ein normaler Kunde dafür interessieren“, warf sie ihm jetzt wütend an den Kopf und öffnete die Ladentür.

Als er gegangen war, schlug sie die Tür hinter ihm zu, verdrehte die Augen und atmete tief durch. So etwas war ihr in ihrem ganzen Leben noch nicht untergekommen, wie ein schlechter Witz mutete sie das Ganze an. Sie konnte es nicht fassen.

 

Noch völlig durcheinander ging Juliane zurück in ihr Büro. Eigentlich hatte sie sich intensiv mit ihren desolaten Finanzen beschäftigen und danach in der Küche ein paar neue Rezepte ausprobieren wollen, die sie sich am Abend zuvor bis tief in die Nacht ausgedacht hatte.

Kaum war sie in ihre Zahlen eingetaucht, wurde sie gleich wieder gestört, was sie überhaupt nicht gebrauchen konnte: Bodo stand verlegen vor ihr und hielt einen Blumenstrauß in der Hand.

„Darf ich kurz eintreten?“, fragte er.

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