Die verlorenen Weihnachtskugeln

Die verlorenen Weihnachtskugeln

Die verlorenen WeihnachtskugelnBarbara Herrmann

Nach dem Tod seiner Mutter beschließt Daniel Gruber, als Meteorologe in sein Heimatdorf im Salzburger Land zurückzukehren. Sein Sohn Julian entdeckt auf dem Speicher in Daniels Elternhaus eine Kiste mit Weihnachtskugeln, die ihn sofort in ihren Bann ziehen.

Daraufhin erzählt ihm die Nachbarin Greta die Geschichte von zwei Waisenkindern, die von ihrem Onkel ausgebeutet und schikaniert wurden und in ihrer Verzweiflung zusammen mit den Schwabenkindern über die Alpen wanderten, um Arbeit zu finden. Schweren Herzens mussten sie die geliebten Weihnachtskugeln, die sich schon seit Generationen in der Familie befanden, zurücklassen …

Eine bewegende und mystische Weihnachtsgeschichte über eine Bergbauernfamilie im frühen 20. Jahrhundert.

ISBN 978-3740716097 (Print)  7,99 €
ISBN 978-3740755638 (E-Book) 3,99 €
Erhältlich in jeder Buchhandlung und im Online-Buchhandel.

Leseprobe:

Greta schaute zuerst aus dem Fenster, dann fasste sie Sofia am Arm. »Du wolltest doch eine Geschichte hören. Ich weiß eine, in der es zufällig um Weihnachtskugeln geht. Also ist das auch was für Julian, der heute die Kiste mit den Kugeln gefunden hat.«

»Ist das eine schöne Geschichte?«, fragte Sofia zweifelnd.

Greta ging erst einmal nicht auf die Frage ein, sondern wandte sich an Julian. »Läufst du mal schnell rüber und holst uns die Schatulle mit den Weihnachtskugeln?«

Er stand sofort auf. »Mach ich.«

Nur wenige Minuten später kam er zurück und stellte die Kiste auf den Wohnzimmertisch. Dann setzte er sich wieder zu den beiden anderen.

»Es ist eine traurige und zugleich auch schöne Geschichte. Außerdem ist es ein zu Herzen gehendes, wahres Ereignis aus unserem Dorf, das schon seit mehreren Jahrzehnten allen Kindern immer wieder zur Weihnachtszeit erzählt wird, weil darin die Nächstenliebe und die Barmherzigkeit eine große Rolle spielen«, erklärte Greta und strich sich mit der rechten Hand über die Wange.

»Ist das die Geschichte vom Jesuskind?«, überlegte Julian laut. Die würde er jetzt wirklich langweilig finden, weil er sie natürlich schon kannte. Sie wurde nämlich immer an Heiligabend von seiner Mama vorgelesen. Aber das konnte eigentlich gar nicht sein. Greta sprach ja von einer wahren Geschichte aus dem Dorf, und das Jesuskind hatte nicht hier gelebt, sondern in Jerusalem.

»Nein, natürlich nicht. Ich erzähle euch doch nicht mitten im Sommer die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel«, erklärte Greta, lachte laut und zwinkerte ihnen zu. Währenddessen rückte sie mithilfe der Kinder ihren Sessel näher ans Fenster und schickte die beiden zum Sofa, um ein paar weiche Kissen zu holen, damit sie sich vor ihr auf den Boden setzen und gleichzeitig auch aus dem Fenster schauen konnten.

Als endlich alle Vorbereitungen getroffen waren, blickte Greta durch ihre Brille in vier neugierige, große Augen zu ihren Füßen. »Mein Gott, ist das alles lange her«, flüsterte sie. »Gib mir bitte mal die Schatulle mit den Weihnachtskugeln, Julian.«

Er nickte und brachte ihr die offene Holzkiste. Vorsichtig nahm Greta eine Kugel in die Hand und legte sie in ihren Schoß. Und dann noch eine und noch eine.

Ganz zuunterst lag ein zusammengefalteter Zettel, von Kinderhand beschrieben, den sie laut vorlas:

 

 

 

 

 

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