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So nah kann nur der Himmel sein

 

So nah kann nur der Himmel seinSo nah kann nur der Himmel sein – Barbara Herrmann

Zwei Familien mit dem Zufall auf dem Weg des Lebens.
Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die wir nicht verstehen… Die Geschichte zweier Schicksale, die sich vor der prachtvollen geschichtsträchtigen Kulisse der Kurstadt Baden-Baden begegnen:

Renate steht vor dem Nichts: Ihr Mann wendet sich von ihr ab, weil er mit Ihrer aussichtslosen finanziellen Situation nicht klarkommt. Doch dies bleibt nicht der einzige Schicksalsschlag, den sie einstecken muss. Im Kampf um ihre Existenz erkennt Renate schließlich die Magie des Zufalls und die starke Kraft zwischen Himmel und Erde.

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Leseprobe

Er musste sich ganz nah an ihr Gesicht beugen. Ihre Stimme war so leise, dass er sie kaum verstehen konnte. Zärtlich nahm er ihre eiskalte Hand.
„Mir ist eine Frau begegnet auf einer hell erleuchteten Straße“, erzählte Viola.
„Hat sie etwas zu dir gesagt?“, fragte er.
„Ja. Sie hat mich angelächelt und mir gesagt, dass es sehr schön ist, da hinten im Licht.“
Gero kamen die Tränen, und er versuchte, sie mit aller Macht und aller Kraft zu verbergen.
„Wir haben uns auf eine Bank gesetzt, und sie hat ihren Arm um mich gelegt. Es dauerte eine Weile, bis sie mit mir sprach.“
Viola machte eine kurze Pause, bevor sie weiter sprach. „Sie sagte zu mir: ‘Ich habe eine Tochter. Sie ist ungefähr so alt wie Sie. Sie ist da unten, da, wo Sie jetzt noch sind, und sie malt genau so gerne wie Sie. Aber ihr geht es nicht gut. Sie muss seit Jahren kämpfen auf dieser Welt, immer wieder kämpfen, und ich kann ihr nicht mehr helfen. Sagen Sie Bescheid, bevor Sie gehen, dass sich jemand um mein Kind kümmern soll.’ Ja, so sagte sie zu mir.“
Gero spürte es genau. Dieses Gespräch war für Viola sehr anstrengend.
„Verstehst du, was sie meinte?“, fragte Viola.
„Was denkst du denn, was sie gemeint hat?“, fragte Gero zurück.
Er konnte das Ganze nicht verstehen. Es war ihm zu mystisch, und damit war er noch nie in seinem Leben konfrontiert worden. Es war nicht seine Welt.
„Ich soll Bescheid sagen. Sie ist auch eine Frau, die gerne malt“, wiederholte Viola sehr nachdenklich.
Gero sah, wie seine Schwester sich ernsthaft Gedanken über ihren Traum machte. Dann schwiegen sie beide für eine Weile.
„Gero, ich denke, du wirst eines Tages eine Frau treffen, die deine Hilfe braucht. Bewahre meine Galerie für sie auf und helfe ihr in ihrem wahrscheinlich schweren Leben“, bat Viola.
„Das mache ich gerne“, versprach er ihr.
„Ich habe mich oft gefragt, was mich dazu getrieben hat, trotz meiner schweren Krankheit eine Galerie zu eröffnen. Jetzt ist alles klar und deutlich. Nichts ist umsonst, alles hat seinen Grund“, erklärte sie ihm mit letzter Anstrengung.

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Planstrasse 146 – Die Straße meines Lebens

Planstraße 146 - Die Straße meines Lebens
Planstraße 146 – Die Straße meines Lebens – Barbara Herrmann

Autobiografischer Roman
Die Autorin ist auf der Suche nach sich selbst und will deshalb alles über das Schicksal ihrer Familie, die aus dem Kraichgau in Baden stammt, erfahren.
Im Vordergrund stehen ihre Mutter Emma sowie ihre Großmütter Friedericke und Elisabeth. Warum haben Friedericke und Emma zu ihren dominanten Männern aufgeblickt, diese mit Gehorsam bedient und bis zu ihrem Lebensende ertragen? Wie war das damals auf dem Land, als man der jungen Friedericke ein uneheliches Kind weggenommen und sie mit dem Bauernsohn Jakob verheiratet hat? Warum hat sie ihr schweres und tristes Leben mit zwei Ehemännern und elf Kindern hingenommen und nie rebelliert? Ein zugleich einfühlsamer und spannender Roman, der die Lebenswege dreier Generationen im Rahmen der Geschichte eines ganzen Jahrhunderts nachzeichnet.
E-Book – ISBN 9783740706814 – Amazon.de  sowie Thalia.de und viele weitere Shops  6,99 €

 

Leseprobe

Vater Johann, ein alt aussehender, abgearbeiteter Mann schlürfte mit seinen kaputten, derben Schuhen auf dem Kopfsteinpflaster der Gasse entlang. Sein Rücken war gebeugt, als würde er einen Sack Kartoffeln tragen, das Gesicht vom Wetter gegerbt und faltig, die Haare lockig und zurechtgestutzt. Dabei war er gerade erst fünfundvierzig Jahre alt. Seine Kleidung war erbärmlich, die Hose aus grauem Wollstoff bereits zigmal geflickt und ausgebessert. Der kleine Stehkragen an seinem alten Hemd war dünn und abgescheuert. Die Schildmütze trug er in der Hand, denn trotz der Kälte schwitzte er mittlerweile vom schnellen Gehen. Sein Nachbar, der August, war vor ein paar Minuten zum Großbauer Fritz Ockert gerannt gekommen und hatte hektisch nach ihm gerufen: „Johann, kumm schnell, die Magdalena, des Kind kummt, s’isch soweit.“

Schnell rannte er die Staffeln empor und riss die Tür seines Häuschens auf. Schon bevor er die Schlafstube erreicht hatte, hörte er den ersten Schrei des Kindes, seines sechsten Kindes. Er öffnete die Tür der Schlafstube, seine Frau Magdalena lag im Bett und hatte das kleine Bündel, das in eine Decke eingewickelt war, im Arm.

„S‘isch e Medle“, sagte sie leise. „S‘isch gsund un soll Friedericke heiße“, beendete sie ihren Satz.

Johann stand immer noch vor dem Bett und drehte seine Mütze in der Hand. Schon wieder ein Kind, dachte er, schon wieder ein hungriges Maul.

 

Rezensionen/Presseartikel

Zitat:
...vielen herzlichen Dank für die Überlassung eines Belegexemplars. Als „Oberöwisheimer“ und „Mitautor“ bei der Ortschronik „1200 Jahre Oberöwisheim“ war ich natürlich sehr interessiert und habe mich sofort nach Erhalt dieses Exemplars „eingelesen“. Dieses Buch finde ich ganz toll und gratuliere für die sehr authentische Darstellung einer dörflichen Familiensaga !  Herzliche Grüße aus Kraichtal
Zitat Ende Quelle:Anton Schneider

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