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Ich schreib mich in dein Leben

Ich schreib mich in dein Leben

 

icxh schreib mich in dein LebenEmilie Weber

Regina, eine junge, hübsche Frau aus reichem Hause, überzeugt mehr oder weniger energisch ihre Eltern mit ihrem Wunsch nach persönlicher und finanzieller Unabhängigkeit. Sie beharrt darauf, ihren eigenen Weg gehen zu wollen, und sucht sich ihre Zukunft ausgerechnet über die Abendschule und die harte Arbeit in einem Callcenter. Dabei stolpert sie immer wieder über die Hindernisse und Unebenheiten zwischen den Aufgaben einer reichen Fabrikantentochter und dem holprigen Alltag einer arbeitenden und lernenden jungen Frau.

Zwischen diesen beiden Welten lernt sie auch den Bestsellerautor Viktor Tillmann kennen, einen Mann mit einer leidvollen und schweren Kindheit, die in seinem Wesen auch die eine oder andere Eigenart hinterlassen hat.
Das Durcheinander im Leben von Regina und Viktor spielt Schicksal und sorgt dafür, dass sich die beiden immer wieder begegnen.

E-Book: ISBN 978-3740713096  3,99 €

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Leseprobe

Da stand er, so nah und doch so fern, und unterhielt sich rege mit einem anderen Herrn, den sie nicht kannte. Zum ersten Mal sah sie ihn nicht so in sich gekehrt wie sonst. Seine Mimik ließ sein Gesicht strahlend und sehr lebhaft erscheinen. Wenn er nicht so ernst war, sah er noch interessanter aus. Ihr Herz hämmerte so stark gegen ihre Brust, dass sie befürchtete, ihre Freundinnen neben ihr müssten es hören. Sie verstand die Welt nicht mehr, weil sie nicht begreifen konnte, warum sie diesen Mann liebte, der ihr doch völlig fremd war. Am liebsten wäre sie zu ihm hingelaufen, doch ihr fiel kein Grund dafür ein, und lächerlich machen wollte sie sich auf keinen Fall. Womöglich erinnerte er sich ja gar nicht mehr an ihr Zusammentreffen. Daher blieb ihr nichts anderes übrig, als ihn zu beobachten. Immerhin schien er auch hier in der Stadt zu wohnen oder zumindest öfters hier zu sein, und das hob ihre Stimmung wieder ein wenig.

Eine Weile später sah Regina, wie eine elegante, rothaarige Frau auf den gutaussehenden Fremden zuging. Sie hakte sich sofort bei ihm ein und lehnte sich an ihn. Die Frau trug eine wunderschöne, dunkelblaue Abendrobe, die ihren makellosen Körper mehr freigab als verhüllte und deren Farbe vorzüglich mit ihren leuchtenden, kastanienroten Haaren harmonierte. Bisher hatte Regina geglaubt, dass ihr eigenes Abendkleid schon sehr freizügig war, aber das Kleid dieser Frau stellte es eindeutig in den Schatten. Der Schmuck, den sie trug, war sehr auffallend und atemberaubend und musste ein Vermögen wert sein. Diese Frau war so schön, dass alle anderen Damen daneben blass aussahen. Das einzige, das Regina an ihr störte, war ihr Mund. Die Lippen waren etwas zu groß und unnatürlich. Aber es war im Moment ja groß in Mode, sich die Lippen aufspritzen zu lassen. Regina konnte dies nicht verstehen, denn sie fand es nicht besonders anziehend. Enttäuschung kroch in ihr hoch, doch eigentlich hätte sie damit rechnen müssen, dass so ein schöner und eindrucksvoller Mann in einer Beziehung lebte. Die Frau genoss es sichtlich, an seiner Seite zu stehen.

Mit eifersüchtigen Blicken sah Regina zu den beiden hinüber. Dann drehte sie sich zu den anderen jungen Frauen in ihrer Gruppe um, die sich neben ihr amüsierten und sich lebhaft unterhielten.

„Kennt ihr die schöne Frau, die dort drüben steht?“, fragte sie schließlich ihre Begleiterinnen und deutete mit dem Kopf dezent auf die rothaarige Frau.

„Das ist Ruth von Anseln. Ich kenne sie nur aus unangenehmen Schlagzeilen in Zeitschriften“, antworte ihre Freundin Carmen.

„Wieso denn das?“, wollte Regina nun genauer wissen.

„Was soll ich sagen? Sie war ein sogenanntes Partygirl. Hat vor einigen Jahren den alten Friedbert von Anseln, einen Adligen, geheiratet. Der gute Mann ist verstorben, und sie hat von ihm sein Vermögen geerbt. Nun zeigt sie in der Öffentlichkeit jedem, wer und was sie ist. Man liest immer wieder, dass sie eine Möchtegernschauspielerin ist und wechselnde Männerbekanntschaften hat. Sie soll sehr eingebildet, kalt und äußerst unangenehm sein.“

„So sieht sie eigentlich gar nicht aus“, stellte Regina fest.

„Aber schau sie dir doch an. Das ist doch alles nur Fassade. Die ist bestimmt Dauerkundin beim Schönheitschirurgen, so puppenhaft wie die aussieht.“

Regina musste lächeln. „Carmen, wie sie leibt und lebt, immer geradeheraus mit ihrer Meinung. Das liebe ich so an dir.“

„Das möchte ich dir auch geraten haben“, schmunzelte Carmen. „Jetzt lass uns feiern, die Frau von Anseln ist doch uninteressant für uns.“

Regina stimmte der Freundin zu, sie wollte nicht auffallen. Trotzdem beobachte sie die beiden weiter. Sie wusste nicht, was sie von ihnen halten sollte. Der Mann erweckte nicht den Eindruck, dass er sich mit einer leichtfertigen Person umgab. Zumindest hatte er das auf der Party ihrer Eltern nicht getan. Andererseits konnte sie sich auch irren, sie sah ja mit ihren eigenen Augen, wie sich diese Ruth von Anseln zärtlich an ihn schmiegte, was er offensichtlich sehr genoss.

„Regina, hörst du denn nicht?“, riss Carmen sie aus ihren Gedanken.

„Was denn? Entschuldige, ich hatte nicht zugehört.“

„Wir haben uns gerade für nächstes Wochenende für einen Kurztrip nach Paris verabredet. Kommst du mit?“

„Ach, ich weiß nicht. Nein, eigentlich lieber nicht“, antwortete Regina.

„Was ist los mit dir? Ich habe ja verstanden, dass du im Gegensatz zu uns unbedingt arbeiten gehen willst“, beschwerte sich Carmen. „Aber am Wochenende ist doch nichts gegen ein bisschen Spaß einzuwenden!“

„Darum geht es nicht. Was willst du denn in zwei Tagen in Paris machen?“

„Wir wollen shoppen und abends ausgehen.“

„Macht das, Carmen, aber ohne mich. Einkaufen kann ich auch hier und ausgehen auch. Das ist mir zu viel Stress, nach Paris zu fahren wegen ein paar vergnüglichen Stunden.“

„Regina, mit dir ist wirklich nichts mehr anzufangen. Dann versauere eben hier, wenn du nicht anders willst.“

„Will ich auch nicht.“

Plötzlich verging ihr die Freude an diesem Abend. Traurig warf sie einen letzten Blick auf das schöne Paar und verließ das Fest, ohne sich noch einmal umzudrehen.

 

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Schenk mir dein Vertrauen

Schenk mir dein Vertrauen 

 

Schenk mir dein VertrauenKatharina Lang

Eine junge Frau geht ihren Weg aus der Romanheftreihe „Sofie – My Love …“

Rebecca, eine junge, hübsche Frau aus reichem Hause, will von ihren Eltern finanziell unabhängig sein und ihren eigenen beruflichen Weg gehen. Dieser führt sie zunächst in ein Callcenter. Dabei stolpert sie immer wieder über die Hindernisse und Unebenheiten zwischen dem Leben einer reichen Fabrikantentochter und dem holprigen Alltag einer arbeitenden jungen Frau.

Zwischen diesen beiden Welten lernt sie auch den Bestsellerautor Vincent Hausmann kennen, einen Mann, der eine leidvolle und schwere Kindheit durchlebt hat.

Das Durcheinander im Leben dieser beiden Menschen spielt Schicksal und sorgt dafür, dass sich Rebecca und Vincent wieder begegnen.

E-Book: ISBN  978-3-740710798   1,99 €
überall im Handel

 

 

Leseprobe

Es war eine schöne Sommernacht, der Vollmond leuchtete in seiner ganzen Kraft und zeigte Rebecca den Weg durch die Büsche und Sträucher. Sie genoss diesen Augenblick der Stille und der Ruhe, nachdem sie unendlich viele Gäste begrüßt und ununterbrochen geredet und gelächelt hatte.

Sie war am Ende des Parks angelangt bei ihrer Lieblingsbank, die zwischen Büschen und Sträuchern versteckt von der Villa nicht einzusehen war. Schon als Kind war sie gerne hierhergekommen, meistens hatte sie ihre Puppen mitgenommen und sich ungestört ihrem Spiel widmen können. Was für eine herrliche Zeit war das gewesen, so unbeschwert und frei, ohne Sorgen um Beziehungen, um Arbeit und Beruf! Als sie näherkam, musste sie enttäuscht feststellen, dass ihre Bank schon besetzt war, was sie überhaupt nicht erwartet hatte. Ein Mann saß da, der so tief in Gedanken versunken sein musste, dass er sie nicht bemerkte. Rebecca überlegte, ob sie still und heimlich umkehren sollte. Doch auf einmal blickte er auf und sah sie an. Seine Augen bohrten sich in ihre und hielten ihren Blick viel zu lange fest.

Er erhob sich. »Guten Abend, schöne Frau. Habe ich Ihnen den Platz weggenommen?«, fragte er und machte eine Handbewegung zur Bank, die vom Licht des Mondes sanft angestrahlt wurde.

»Nein, bitte bleiben Sie sitzen. Ich wollte nur einen Moment Ruhe suchen«, versicherte sie mit ihrem schönsten Lächeln.

»Na, dann haben wir ja das gleiche Bedürfnis. Setzen Sie sich doch zu mir. Es ist genug Platz, um gemeinsam zu schweigen«, stellte er fest und deutete mit einer einladenden Geste auf die Bank.

Wie ferngesteuert setzte sich Rebecca. Wer war das? Diesen Mann hatte sie noch nie gesehen. Sie beobachtete ihn aus den Augenwinkeln und ihr Herz klopfte stürmisch. Was für ein Mann! Er war groß, schlank, hatte schwarze Haare, sein dunkler Anzug war maßgeschneidert, das Tuch von hoher Qualität, stellte Rebecca in Windeseile mit Kennerblick fest. Wenn er sie ansah, glaubte sie, in den Tiefen seiner dunklen Augen zu versinken. Und erst seine Stimme, diese wunderbare dunkle Stimme! Am liebsten hätte sie ihn angesprochen, aber sie traute sich nicht, diese Ruhe zu stören. Zu ihrer Enttäuschung erhob er sich relativ schnell und verbeugte sich knapp.

»Es war nett, Sie kennengelernt zu haben. Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend«, sagte er mit einem freundlichen Lächeln und verschwand rasch in der Dunkelheit.

»Das wünsche ich Ihnen auch«, stammelte Rebecca leise hinterher. Gleichzeitig ärgerte sie sich. Warum hatte sie ihn nicht in ein Gespräch verwickelt? Wie konnte sie den Mann einfach so gehen lassen? War sie noch zu retten? Da saß ein Mann neben ihr, der sie über alle Maßen beeindruckte, und was tat sie? Schmachtete ihn an wie eine Pennälerin und schwieg. Sie erhob sich, schlenderte zurück zur Gesellschaft und mischte sich wieder unter die Gäste. Zielstrebig durchschritt sie den ganzen Park, die Terrasse und alle Räume der Villa, die den Gästen zugänglich waren, in der Hoffnung, ihm noch einmal zu begegnen. Doch er war wie vom Erdboden verschluckt.

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