Weihnachten

Weihnachten

Weihnachten Bücher stehen auf der Wunschliste ganz oben.

Auf meiner Weihnachtsseite habe ich einige Tipps  teilweise mit Textschnipseln zusammengestellt. Ich wünsche viel Spaß beim Stöbern.

 

Zuerst die Weihnachtsbücher, die lassen Augen ganz besonders strahlen.

 

 

 

Die verlorenen Weihnachtskugeln

Schnipsel aus dem Buch Die  verlorenen Weihnachtskugeln

Greta schaute zuerst aus dem Fenster, dann fasste sie Sofia am Arm. »Du wolltest doch eine Geschichte hören. Ich weiß eine, in der es zufällig um Weihnachtskugeln geht. Also ist das auch was für Julian, der heute die Kiste mit den Kugeln gefunden hat.«

»Ist das eine schöne Geschichte?«, fragte Sofia zweifelnd.

Greta ging erst einmal nicht auf die Frage ein, sondern wandte sich an Julian. »Läufst du mal schnell rüber und holst uns die Schatulle mit den Weihnachtskugeln?«

Er stand sofort auf. »Mach ich.«

Nur wenige Minuten später kam er zurück und stellte die Kiste auf den Wohnzimmertisch. Dann setzte er sich wieder zu den beiden anderen.

»Es ist eine traurige und zugleich auch schöne Geschichte. Außerdem ist es ein zu Herzen gehendes, wahres Ereignis aus unserem Dorf, das schon seit mehreren Jahrzehnten allen Kindern immer wieder zur Weihnachtszeit erzählt wird, weil darin die Nächstenliebe und die Barmherzigkeit eine große Rolle spielen«, erklärte Greta und strich sich mit der rechten Hand über die Wange.

»Ist das die Geschichte vom Jesuskind?«, überlegte Julian laut. Die würde er jetzt wirklich langweilig finden, weil er sie natürlich schon kannte. Sie wurde nämlich immer an Heiligabend von seiner Mama vorgelesen. Aber das konnte eigentlich gar nicht sein. Greta sprach ja von einer wahren Geschichte aus dem Dorf, und das Jesuskind hatte nicht hier gelebt, sondern in Jerusalem.

»Nein, natürlich nicht. Ich erzähle euch doch nicht mitten im Sommer die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel«, erklärte Greta, lachte laut und zwinkerte ihnen zu. Währenddessen rückte sie mithilfe der Kinder ihren Sessel näher ans Fenster und schickte die beiden zum Sofa, um ein paar weiche Kissen zu holen, damit sie sich vor ihr auf den Boden setzen und gleichzeitig auch aus dem Fenster schauen konnten.

Als endlich alle Vorbereitungen getroffen waren, blickte Greta durch ihre Brille in vier neugierige, große Augen zu ihren Füßen. »Mein Gott, ist das alles lange her«, flüsterte sie. »Gib mir bitte mal die Schatulle mit den Weihnachtskugeln, Julian.«

Er nickte und brachte ihr die offene Holzkiste. Vorsichtig nahm Greta eine Kugel in die Hand und legte sie in ihren Schoß. Und dann noch eine und noch eine. Ganz zuunterst lag ein zusammengefalteter Zettel, von Kinderhand beschrieben, den sie laut vorlas: (…)

Eine bewegende und mystische Weihnachtsgeschichte über eine Bergbauernfamilie im frühen 20. Jahrhundert.

ISBN 978-3740716097 (Print)
ISBN 978-3740755638 (E-Book)

 

 

Susis WinterreiseSchnipsel aus dem Buch Susis Winterreise

 

Am Abend als es dunkel war, stahl sich Luna zusammen mit ihren vier Katzenkindern aus der Scheune, um an einen sicheren Platz zu wandern. Als sie um die Hausecke schlichen, kam ihnen Samanta entgegen und staunte nicht schlecht.

„Na Luna, wohin des Weges?“, fragte sie, während sie Ausschau hielt, dass keine unliebsamen Weggenossen daherkamen.

„Wir suchen ein anderes Versteck“, antwortete sie kurz und knapp und knurrte ihre Kinder an, als Warnung extrem leise zu sein. Sie wollte auch gar nicht lange mit Samanta plaudern, denn sie hatte herausbekommen, dass Oskar auch mit ihr zusammen war. Plötzlich knarrte die Haustür und wie aus heiterem Himmel stand der Bauer vor ihnen. Sein Blick richtete sich sofort auf die Katzen, die keine zwei Meter von ihm wegstanden.

„Ah, habe ich euch endlich“, schrie er und griff nach dem Besenstiel des Hofbesens, der neben der Tür stand. Luna knurrte und fletschte die Zähne. Sie sah ihre Kinder in Gefahr. Das Fell stellte sich, der Schwanz schlug mit seinen aufgestellten Haaren hin und her, ihre Augen wurden dunkelgrün und leuchteten durch die Dunkelheit.

Just als der Bauer den Besen hochhob, verlor Luna die Nerven und nur noch ihr Instinkt ließ sie handeln. Sie war eine Mutter, die sich um ihre Kinder kümmerte und sorgte. In derselben Sekunde setzte sie sich kurz auf die Hinterläufe, zuckte zwei, dreimal in den Vorderläufen und dann ging es los. Wie ein Pfeil schoss sie auf den Arm des Bauern und biss mit ihren scharfen Zähnen durch seine Jacke. Er schrie auf, schüttelte den Arm und wollte die klammernde Katze von sich werfen. Luna aber glitt mit ihrem Körper an seinem Fuß hinunter, dabei drückte sie ihre Krallen in seinen Oberschenkel. Er schrie auf.

Sie drehte von ihm weg und lief auf ihre Kinder zu.

ISBN 978-3740749231 Print – Hardcover
E-Book 978-3740720261